Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Gemeinde Palling im Landkreis Traunstein  |  E-Mail: gemeinde@palling.bayern.de  |  Online: http://www.palling.de

Dorfchronik

Spuren der Vergangenheit
Laurenziglocke
Impendant nobis Dominus intercelsione B. Laurentii perpetuam misericordiam

Die Vor- und Frühgeschichte Pallings wurde erst in den letzten Jahrzehnten erhellt. Im Jahre 1968 wurden im nördlichen Bereich der Gemeinde eine vollständig erhaltene Steinstreitaxt der Jungsteinzeit gefunden. Solche Streitäxte oder Streihämmer sprechen für die Kultur, die etwa um 1800/1700 v.Chr. im nördlichen Alpenland verbreitet war. Im Mai 1976 stießen Schüler auf eine zerbrochene jungsteinzeitliche Lochaxt. Dazu kamen 1977 drei weitere Funde. Es handelt sich um Teile von zwei Streitäxten der Jungsteinzeit und um ein in mehrere Teile zerfallenes mittelalterliches Tongefäß.

 

In den westlich ansteigenden Wäldern des Pallinger Berges sind noch Hochäcker zu sehen, die auf die Kelten zurückgehen dürften. Die gewellten Mulden und Wälle sind 4-5 m lang.

 

Aus der Römerzeit ist die Teilstrecke einer Römerstrasse von Katzwalchen bis Pasee nachgewiesen. Ein gut erhaltener Römerstein findet sich am Eingang der Freutsmooser Kirche.

 

Es erfolgte die Landnahme durch die Bajuwaren. Ihre Toten setzten sie in langen Reihen neben- und hintereinander bei. Solche Reihengräber mit Beigaben wurden entdeckt in Brünning und Unterhafing. Der Ortskern von Palling steht auf einem bajuwarischen (Ausflugsziel: Bajuwarenmuseum in Waging) Friedhof.

 

Funde aus diesen Reihengräbern sind 7 Ringe aus Bronze, wovon nur einer erhalten ist und 4 kleinere bronzene Ringe und ein ringförmiger Henkel aus Bronze. 1969 fand man eine 8 cm lange Bronzegürtelschnalle, ein 73 cm langes Eisenschwert (rechts); 1979 ein Sachs aus dem 7. Jahrhundert und 1973 eine Spatha, ein Langschwert.

 

788 wird der Ort Palling erstmals erwähnt als Baldilingas mit eigener Kirche und den Nebenkirchen Brünning und Schilding. Die Kirche in Schilding wurde vermutlich in der Zeit der Ungarn- und Avareneinfälle zerstört. In dieser Zeit dürfte nordwestlich am Pallinger Berg eine Fluchtburg bestanden haben. Hier findet sich noch der Rest eines Abschnittwalles.

Pestkreuz 

Die Pestzeit 1633/34 brachte viel Elend über die Gegend. Das Pesthölzchen bei Ranham und das Pestmarterl bei Schilding erinnern daran. Heute noch hält die Verehrung des Heiligen Sebastian an. (Sebastianiamt, Sebastiankerze, Sebastianirosenkranz) Neben dem Südportal in der Pfarrkirche thront eine lebensgrosse barocke Statue des Heiligen Sebastian.

 

Während der Franzosenkriege (1792/93 - 1797 und 1798 - 1801/02) hatte Palling schwer zu leiden unter militärischen Durchzügen, Einquartierungen, Fronarbeit, hohen Abgaben und Plünderungen.

 

Emerentia Kasperlschusterin, Bäuerin von Einsiedl, wurde, als sie vor französischen Plünderern aus dem Haus fliehen wollte und die erste Kugel sie nicht zum Stehen brachte, durch einen zweiten Schuss getötet.

 

1810 kam der Rupertigau zum Königreich Bayern. Salzburg verlor seine landesherrlichen Rechte. Daran erinnert ein alter Grenzstein am Wegrand im Boden zwischen Brünning und Weißenkirchen. Im südlichen Vorraum der Kirche, in einem Blechbilderbuch eingelassen, berichtet Jakob Wimmer aus Katzwalchen von seiner Teilnahme am Feldzug nach Rußland 1812.

 

1893 wurde in Palling ein Krankenhaus eröffnet. Barmherzige Schwestern übernahmen die Pflege. Getragen wurde es von den Gemeinden Palling, Freutsmoos, Lindach und Heiligkreuz. Heute wird es als Alten- und Pflegeheim geführt.

 

1897 berief Pfarrer Heringer die Schulschwestern vom Anger in München zur Führung der Mädchenschule und der Kleinkinderbewahranstalt.

 

Im 1. Weltkrieg 1914/18 erlitt Palling den Verlust von 99 Gefallenen.

 

Im 2. Weltkrieg 1939/45 erlitt Palling den Verlust von 110 Gefallenen und 16 Vermißten.

 

1942 wurden die Glocken vom Turm geholt und als Kriegsmaterial eingeschmolzen. Nur die kleinste, die Laurenziglocke, durfte im Turm verbleiben. Ein furchtbares Hagelwetter erfolgte nach dem Abtransport.

 

1944/45 mussten Massenquartiere für Flüchtlinge und Ausgebombte bereit gestellt werden. Es kamen Siebenbürger, Ungarndeutsche, Wiener, Schlesier und Hamburger. 1255 Heimatvertriebene kamen in die Gemeinde.

Zwischen 1939 und 1945 stieg die Bevölkerungszahl von 1549 auf 2700. Zunächst waren die Flüchtlinge in der Landwirtschaft untergebracht.

 

4. Mai 1945: Einzug der Amerikaner. Gefangennahme des Bürgermeisters Schedl. Er wurde zwischen Freutsmoos und Heilham erschossen. Die Ortsansässigen mussten für 10 Tage aus dem Dorf. Die Häuser wurden geplündert. Die Bauern durften abends zum Melken der Kühe heim.

 

1946: Durch die Sprengung eines Munitionslagers in Hörpolding entstanden Schäden an Gebäuden und an der Kirche.

 

1954 erfolgte die Verleihung eines Wappens, das die frühere Zugehörigkeit zu Salzburg und die landwirtschaftliche Struktur der Gemeinde zum Ausdruck bringt.

 

Von 1948 bis 1951 strömten rund 800 Heimatvertriebene in die Industrie. Fabriken in Traunreut (Siemens, Heidenhain), Trostberg (SKW) und Altenmarkt (Alzmetall) schufen Arbeitsplätze. Die Abwanderung aus der Landwirtschaft begann. Am Ort selbst gab es keine Siedlungsmöglichkeit.

 

Die Technisierung, Rationalisierung und Aufstockung der landwirtschaftlichen Betriebe folgte. Das nötige Geld verschafften sie sich durch Grundverkauf. So entstanden um den Ort Arbeitersiedlungen. Eine rege Siedlungstätigkeit setzte ein - etwa 100 Bauplätze. 1954 Siedlung an der Blumenstraße. Ab 1973 Siedlungen zwischen Seestrasse und Kapellenweg, 1976 setzte der Baustopp ein. 1978 konnten die Siedlungen an der Rupertistrasse und an der Lärchenfeldstrasse begonnen bzw. vollendet werden.

 

Der Ort veränderte sich; trotzdem bewahrte Palling seinen bodenständigen Charakter.

 

Die Gebietsreform 1978 erbrachte der Gemeinde Palling durch die Auflösung der Gemeinden Freutsmoos und Pierling (Ober- und Unterweißenkirchen und Kirchberg) flächen- und bevölkerungsmässig einen Zuwachs. Die Gemeinde Palling wurde aus dem ehemaligen Landkreis Laufen gelöst und dem Landkreis Traunstein eingegliedert.

drucken nach oben

Ein fast vergessener bayerischer Bischof

Ein fast vergessener bayerischer Bischof

Georg von Oettl 1794 - 1866

Georg von Oettl

Chiemgau Blätter - Traunsteiner Tagblatt

Georg von Oettl, Oberhirte von Eichstätt, ist in Gengham aufgewachsen - Von Hans Helmberger